arbeitszentrum - ffm

ANTHROPOSOPHISCHE GESELLSCHAFT IN DEUTSCHLAND, ARBEITSZENTRUM FRANKFURT/ MAIN

                            :: HOME :: AKTUELL :: VERANSTALTUNGEN :: STUDIENSTÄTTE :: FORSCHUNG :: ZWEIGE :: LINKS :: KONTAKT ::

 

 

F O R S C H U N G S F Ö R D E R U N G
im Arbeitszentrum

Forschungsfonds zum Werk Rudolf Steiners

Der Forschungsfonds im Arbeitszentrum
ist der Förderung von Forschungs-arbeiten zu Rudolf Steiners Werk gewidmet.
Als dem Arbeitszentrum 1990 ein größeres Vermächtnis zufiel, wurde er auf Beschluss des Vorstands des Arbeits-zentrums 1991 eingerichtet.
Das Kollegium (früher: Vor-stand) des Arbeitszentrums entscheidet über die Vergabe
von Geldern. Nach Abschluss der Projekte werden in der Regel die Ergebnisse der For-schung den Mitgliedern in einer Konferenz vorgestellt.



7

 


Aktuelles, geförderte Forschung

Aktuelles, geförderte Forschung


Geförderte Projekte
NOCH IN ARBEIT
Herausgabe der ersten deutschen Übersetzung von der Schrift Alanus ab Insulis „De Planctu naturae“ (Über die Klage der Natur)"
in einer zweisprachigen, kommentierten Edition in der Reihe „Philosophie interdisziplinär“
verantwortlich: Forschungsstelle für interdisziplinäre Geisteswissenschaft der Universität Trier (Prof.Dr. Henrieke Stahl und Prof.Dr. Harald Schwaetzer)
gefördert in 2008 und 2010

Promotionsprojekt von Merle Ranft (Frankfurt)
Der Philosoph Rudolf Steiner
Betrachtungen seiner Frühwerke im Hinblick auf die Frage nach der Wissenschaftlichkeit der Anthroposophie

Die Förderung im Sinne eines Teil-Forschungsstipendiums läuft ein Jahr lang (bis 31. März 2012). Der Betrag wird dankenswerterweise zur Hälfte von dem Bereich Forschungsförderung der AGiD bestritten.
Merle Ranft hat im Jahr 2010 eine Magisterarbeit in den Fachbereichen „Geschichte“ und „Religionsphilosophie“ mit dem Titel „Die Anthroposophie als Reformbewegung im 19. Jahrhundert“ verfasst und an der Goethe-Universität Frankfurt eingereicht. Der Magister-Titel wurde ihr Anfang 2011 verliehen.

Gehalt ohne Methode führt zur Schwärmerei
Methode ohne Gehalt zu leerem Klügeln
Stoff ohne Form zum beschwerlichen Wissen.
Form ohne Stoff zum hohlen Wähnen.
J. W. v. Goethe

Ließt man diese Worte, so wird deutlich, wie essentiell es ist sich im erkennenden Umgang mit den Dingen sowohl um eine lebendige Anschauung des Phänomens, welchem man sich nähern möchte, zu bemühen als auch um einen disziplinierten Blick auf dasselbe.
Doch was genau wird mit diesen Worten wirklich deutlich? Was wird damit über den „Gehalt“ tatsächlich ausgesagt? Und was über die „Methode“? Vielleicht klingt durch die Zeilen im Leser ein starkes Wahrheitsempfinden dem Gesagten gegenüber an, ein tiefes Ruhen, das zu einem vertrauensvollen Erkenntnisstreben führt. Doch wenn dieses tief empfundene Wahrheitsempfinden nicht zur bloßen Erbauung dienen soll und nach außen treten will, wenn es nicht zur Klügelei abflachen soll oder sich zur Schwärmerei verflüchtigen, so muss man sich prüfen, wie man gehaltvoll von einer Idee schreiben kann, der man sich verpflichtet fühlt und die einen erfüllt, und wie man zugleich dem methodischen sowie künstlerischem Anspruch dieses Unterfangens gerecht werden kann.
Dieser Zusammenhang ist und bleibt die größte Herausforderung meines Promotionsprojektes, welches im April diesen Jahres offiziell begonnenen hat und seitdem ideell sowie finanziell begleitet und gefördert wird sowohl durch das Arbeitszentrum der Anthroposophischen Gesellschaft in Frankfurt sowie durch die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland.
Die Promotionsarbeit mit dem Titel „Der Philosoph Rudolf Steiner. Betrachtungen seiner Frühwerke im Hinblick auf die Frage nach der Wissenschaftlichkeit der Anthroposophie“ hat vor allem drei Handlungsabsichten: sie will zum einen beim Leser die Gestimmtheit für die Anthroposophiefördern. Zum anderen will sie das Erlebnis der Realität einer geistigen Welt fördern und damit schließlich Handlungsimpulse setzen, die zur Reflexion der gegebenen Form der heutigen Geisteswissenschaft führen.
Jene Handlungsabsichten spiegeln sich rudimentär in der äußeren Struktur der Arbeit wider. So findet man neben der historischen Kontextualisierung durch das dritte Kapitel („Steiner und seine Zeitgenossen“) vor allem im zweiten Kapitel („Philosophie und Weltanschauung Rudolf Steiners“) den Boden geebnet für eine Auseinandersetzung mit der Frage nach möglichen Erkenntnisgrenzen und der denkbaren Realität der geistigen Welt. Die letzten drei Kapitel, die sich der Debatte um den Begriff der Wissenschaftlichkeit seit dem 20. Jahrhundert widmen sollen sowie dem heutigen Verhältnis von Wissenschaft und Anthroposophie, bieten schließlich Raum um die Notwendigkeit eines Handlungsimpulses in Richtung der Reform des modernen Wissenschaftsbegriffes argumentativ darzulegen.
Allerdings sind mit jenen Handlungsabsichten unmittelbar zwei Probleme verbunden, die nicht zuletzt Herausforderungen bilden im Zusammenhang mit der Formfrage der Arbeit. Das erste Problem ist jenes, das kein noch so präziser philosophischer Gedanke voraussetzungslos und unmittelbar zum Erlebnis einer geistigen Wirklichkeit führt. Das ist im Sinne der Freiheitsfrage auch notwendig, doch muss man festhalten, dass eben trotz aller Präzision der philosophische Gedanke beim Leser nur bloße Möglichkeit bleibt und sich im Wettbewerb mit anderen Lösungsvorschlägen nicht notwendigerweise hervortut. Die Erfahrung besagt sogar, dass er wohlmöglich eher als zu kompliziert und damit als unwahrscheinlich erachtet wird. Wenn nun aber beim Leser keine innerliche Verbindung mit dem Gedanken einer geistigen Realität stattfindet, so bleibt das bereits oben angesprochene Wahrheitsempfinden aus. Das wiederum führt zum zweiten Problem, dass ohne die Verbindung von Gedanke und Wahrheitsempfinden kein willentlicher Handlungsimpuls entstehen wird.
Steiner streift jene Problematik in seinem Lebensgang, in dem er schreibt: „Schiller hat von dem Bewusstseinszustand gesprochen, der da sein muss, um die Schönheit der Welt zu erleben. Konnte man nicht auch an einen solchen Bewusstseinszustand denken, der die Wahrheit im Wesen der Dinge vermittelt?" Und hier liegt die Herausforderung. Was kann eine Promotionsarbeit im angedachten Sinne leisten? Sie kann weder einen solchen Bewusstseinszustand, der nicht innerlich angelegt ist, von außen heranbringen, noch kann sie ein Wahrheitsempfinden argumentativ erzwingen. Steiner schreibt hierzu ebenfalls im Lebensgang: „Wenn jemand von Erkenntnisgrenzen sprach, so sah ich darinnen das Zugeständnis, daß er die wahre Wirklichkeit nicht geistig in sich erleben und sie deshalb auch in der wahrgenommenen Welt nicht wiederfinden könne. Auf die Widerlegung der Anschauung von Erkenntnisgrenzen kam es mir beim Vorbringen meiner eigenen Einsichten in erster Linie an. […] Ich wollte darauf hindeuten, daß nicht in einem solchen Durchbrechen nach außen, sondern in dem Untertauchen in das Innere des Menschen das wahre Wirkliche zu suchen sei.“ Jene Widerlegung der Anschauung von Erkenntnisgrenzen konnte aber nicht ausschließlich im rein philosophischen Sinne gemeint sein, sondern fußt ebenso essentiell in der komponierten, künstlerisch-erziehenden Form, in die Steiner seine Ausführungen gegossen hat.
Was bleibt aber einem selbst in Anbetracht der eigenen Unzulänglichkeit der Sache selbst gegenüber übrig, will man die Frage nach einer modernen, philosophisch reflektierten Geisteswissenschaft neu stellen? Man kann wohl zunächst einmal nur versuchen die Entwicklung des eigenen Denkvermögens zu reflektieren und den Moment des eigenen Wahrheitsempfindens zu prüfen. Indem man diese individuellen Etappen nachvollzieht und mit historisch-philosophischen Faktoren in Verbindung bringt und damit verallgemeinert, könnte es zumindest gelingen den Leser, wenn nicht an seinem Wahrheitsempfinden der Möglichkeit einer geistigen Welt gegenüber anzusprechen, sondern ihn an seinem Unwahrheitsempfinden gegenüber der aktuellen Substanz von Geisteswissenschaft zu fassen und so im übertragenen Sinne Handlungsimpulse zu setzten.
Somit mag abschließend als selbst gesetztes Ideal dem Promotionsprojekt gegenüber ein Ausspruch Karl Martin Dietz aufgegriffen werden, den er im Zusammenhang mit der Debatte um Steiners Schulungsweg und Denkweg formuliert hatte: „[Steiners] philosophische Schriften sind nicht gelehrter Selbstzweck oder akademische Auseinandersetzung mit Zeitgenossen, sondern Ausarbeitung eines Weges, der Ernst damit macht, die in der Geschichte verlorenen Ebenen geistiger Wirklichkeit zurückzuerobern.“ Diesem Ideal soll auch meine Promotionsarbeit mit allen Kräften folgen.


Abgeschlossen, aber noch nicht publiziert

Die Kritik Rudolf Steiners an Immanuel Kant. Eine Auseinandersetzung um das Wesen des menschlichen Erkennens
Forschungsprojekt von Dietrich Rapp (Dornach)
abgeschlossen 2009 im Rahmen des Hardenberg Instituts für Kulturwissenschaften (Heidelberg); Buchmanuskript noch in Arbeit
Gefördert vom Forschungsfonds des Arbeitszentrums mit 15.000 €.

Veröffentlichung von Dietrich Rapp aus diesem Projekt:
Die Imagination vom „Ding an sich“. Ein Versuch über die Erscheinungshaftigkeit der Welt als Grenz-Ereignis
in „Jahrbuch für Schöne Wissenschaften“ III, Verlag am Goetheanum 2011
Aufsatz auf S. 141 ff.

IN LETZTER ZEIT  ABGESCHLOSSEN

Die Begegnung von äußerer und innerer Empirie
Die aktuelle Bedeutung der Schrift von Rudolf Steiner „Von Seelenrätseln“ vor dem Hintergrund der neueren Esoterikforschung (Arbeitstitel)

Projekt von Rudy Vandercruysse, Psychologe und Psychotherapeut, Philosoph (Heidelberg)
gefördert in 2009
Publikation: „Sonnenaufgang. Von der Geschichte zum Wesen der Philosophie“ Eine Studie zu Franz Brentanos Bedeutung für die Entstehung der Anthroposophie
Verlag am Goetheanum 2010, 80 Seiten

In diesem Kapitel werden unter anderem folgende frühen philosophischen Schriften Steiners zum Gegenstand gemacht: „Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung mit besonderer Rücksicht auf Schiller“ (1886) sowie „Wahrheit und Wissenschaft“ (1892).

Steiner, Mein Lebensgang, S. 930.

Steiner, Mein Lebensgang, S. 981.

Dietz, Die Suche nach Wirklichkeit, S.226f.



 

Initiative des Forschungsfonds

F  R  E  I  S  P  I  E  L
eine Initiative des Arbeitszentrums Frankfurt/M.

Neue Runde beim Jugendförderpreis „freispiel“

Nach einer gelungenen Präsentation und Preisverleihung im Juni 2011 wird der Jugendförderpreis der Anthroposophischen Gesellschaft Arbeitszentrum Frankfurt für 2012 wieder ausgeschrieben. Sachgebiet, Methode und Ausdrucksmedium können frei gewählt werden, die Arbeit soll nur originell und eigenständig in Idee und Durchführung sein. Zusätzlich gelten die Kriterien der Jury, die der Homepage entnommen werden können.

Bewerbungen sind aus allen Schulen Deutschlands möglich.
Alter: 16 – 23 Jahre
Eine schon einmal (z.B. bei der Schule) eingereichte Arbeit muss erweitert werden.
Auch Arbeiten über Auslandsprojekte, „freiwilliges“ Jahr etc. können eingereicht werden.

Anmeldeschluss mit Formular (s. Homepage) bis 31. Januar 2012
Abgabetermin: 4. Mai 2012
öffentliche Präsentation: 9. Juni 2012, 10.30 – 17 Uhr in Frankfurt/Main

Homepage: www.freispiel-netz.de
Tel. 06252 – 95 99 10 (Lydia Fechner)
Mail: info@freispiel-netz.de

 

Geförderte Projekte des Forschungsfonds

Die Begegnung von äußerer und innerer Empirie
Die aktuelle Bedeutung der Schrift von Rudolf Steiner „Von Seelenrätseln“ vor dem Hintergrund der neueren Esoterikforschung (Arbeitstitel)

Projekt von Rudy Vandercruysse, Psychologe und Psychotherapeut, Philosoph (Heidelberg)
gefördert in 2009
Publikation: „Sonnenaufgang. Von der Geschichte zum Wesen der Philosophie“ Eine Studie zu Franz Brentanos Bedeutung für die Entstehung der Anthroposophie
Verlag am Goetheanum 2010, 80 Seiten

Das Gefühlsleben und seine Entwicklungsaufgaben im Zeitalter der Bewusstseinsseele. Von der Selbstführung im emotionalen Bereich zur Spiritualisierung des Fühlens
Projekt von Rudy Vandercruysse, Psychologe und Psychotherapeut, Philosoph (Heidelberg)
gefördert in 2005
Darstellung in einer Konferenz am 25. März 2006
Publikation: „Herzwege“, Edition Hardenberg im Verlag Freies Geistesleben, 2005, 166 Seiten


Innere Motive im Lebensgang Rudolf Steiners
Projekt und Buchpublikation von Dr. Klaus Hartmann, Germanist und Philosoph (Kamp-Lintfort), gefördert in 2004
Darstellung der Zwischenergebnisse auf einem Studienstättenseminar im Mai 2003
Publikation: "Innere Motive im Lebensgang Rudolf Steiners", Verlag am Goetheanum, Dornach 2004


‚Umgekehrter Kultus' in der Arbeitswelt. Konsequenzen des ethischen Individualismus für die Zusammenarbeit in Teams und Gemeinschaften
Projekt von Ralf und Corinna Gleide (Eberbach bei Heidelberg)
gefördert wurde der 1. Forschungsabschnitt zum "Umgekehrten Kultus" im Werk Rudolf Steiners im Jahr 2004
Publikation: "Die Erneuerung der Sternenweisheit. Zur Verbindung von Denken und übersinnlicher Wahrnehmung", Verlag am Goetheanum, Dornach 2001


Rudolf Steiners Impuls zur Pflanzenzüchtung – die Wildgrasveredelung
Projekt von Uwe Mos, Diplom-Landwirt und Waldorflehrer (Bad Nauheim)
gefördert in den Jahren 2000-2002
Abschlussarbeit zum Forschungsthema im Januar 2002
Publikation: „Die Wildgrasveredlung – Rudolf Steiners Impuls in der Pflanzenzucht“
unter Mitarbeit von Bertold Heyden, Herausgeber: Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum
Verlag am Goetheanum 2006, 173 Seiten, gebunden

Bewusstseinsseelenphänomene im 20. Jahrhundert
Projekt von Dr. Jörg Ewertowski, Philosoph und Germanist (Stuttgart)
gefördert für die Erforschung der Begriffe "Bewusstseinsseele" und "Bewusstseinsseelenepoche" im Werk Rudolf Steiners in den Jahren 2000 und 2001
Darstellung der Ergebnisse in einer Studienstättenveranstaltung im März 2003 mit dem Thema "Die Bewusstseinsseele und das Böse" und im Vortrag zur Mitgliederversammlung des Arbeitszentrums am 20.10.2007 mit dem Thema „Die Bewusstseinsseele – Emanzipation und Geistgeburt“.

Publikationen:
"Die Versuchung des Lichts. Vom Glanz des Morgensterns und der Klugheit der Paradiesesschlange", in: "Luzifer. Facetten eines Verführers", Sammelband, Urachhaus Verlag, Stuttgart 1998
 „Die Entdeckung der Bewusstseinsseele. Wegmarken des Geistes. Rudolf Steiner – Augustinus – Petrarca – Heinrich von Kleist“, Verlag Freies Geistesleben, 2007